Es gibt Forschung, die Antworten liefert, nach denen niemand gefragt hat. Und dann gibt es diese hier, veröffentlicht 2013 im Fachjournal Frontiers in Zoology: Hunde richten sich beim Geschäft bevorzugt an der Nord-Süd-Achse des Erdmagnetfelds aus.
Das war kein Witz, sondern zwei Jahre Arbeit
Ein tschechisch-deutsches Forscherteam hat 70 Hunde aus 37 Rassen beobachtet und dabei 1.893 Häufchen und über 5.000 Pinkelpausen dokumentiert. Jemand musste das zählen. Das Ergebnis: Bei ruhigem Magnetfeld stellten sich die Hunde signifikant häufig in Nord-Süd-Richtung auf. War das Magnetfeld unruhig, war der Effekt weg.
Warum machen die das?
Kurze Antwort: Man weiß es nicht. Die Vermutung ist, dass Hunde das Magnetfeld wahrnehmen können, so wie Zugvögel oder Füchse, die ihre Mäusesprünge ebenfalls bevorzugt nach Nordosten setzen. Wozu ein Dackel im Stadtpark einen Kompass braucht, bleibt offen.
Was du damit anfangen kannst
Ehrlicherweise: nichts. Aber beim nächsten Spaziergang wirst du hinschauen, das versprechen wir. Und wenn dein Hund sich dreimal im Kreis dreht, bevor er sich festlegt, weißt du jetzt: Er kalibriert vielleicht gerade.
Quelle: Hart, V. et al., „Dogs are sensitive to small variations of the Earth's magnetic field", Frontiers in Zoology 10, 80 (2013).